Antonio Carlos de Melo Magalhães

Antonio Carlos de Melo Magalhães Ich bin Antonio Carlos de Melo Magalhães, im Norden Brasilien geboren (15. September 1960 in Santarém-Pará) und aufgewachsen (Manaus-Amazonas). Nach dem Studium der Theologie (im Nordosten, Recife-Pernambuco) und Pfarramt (im Südosten, Cachoeiro de Itapemirim-Espírito Santo) in der baptistischen Kirche habe ich in Hamburg bei Otto Hermann Pesch als Stipendiat der Missionsakademie promoviert (1990), deren Studienleiter ich von 1991 bis 1994 gewesen bin. In dieser Zeit hatte ich einen Lehrauftrag am Fachbereich Evangelische Theologie und in Lateinamerika-Studien übernommen. Mein erster Sohn, Txapuã Menezes Magalhães, ist im Jahre 1990 in Henstedt-Ulzburg geboren.

Nach meinem Rückkehr aus Deutschland war ich Professor an der Methodistischen Universität (1994-2007), in São Bernardo do Campo - São Paulo, wo ich auch als Leiter des Ökumenischen Instituts (IEPG) 2005-2007 tätig war. Ab 2008 bin ich im Nordosten Brasilien an der Staatsuniversität von Paraíba in den Fachbereichen Philosophie und Literaturwissenschaft und als Berater sozialer Bewegungen tätig.

Die Ökumene hat mein Leben als Pfarrer der baptistischen Kirche, als Theologe und Dozent immer geprägt. Ökumene bedeutet einen Glauben an Gott ohne Exklusionsmentalität zu erleben und zu pflegen. Kirchliche Zugehörigkeit sollte niemals mit Absolutheitsanspruch sondern mit Gemeinschaftsleben verbunden werden. Es gibt keine Traumkirche, aber ich schätze Kirchen mit Träumen sehr. Die Missionsakademie ist eine der wichtigsten Stationen meines Lebens. Hier habe ich mit Brüdern und Schwestern verschiedener Konfessionen und Kulturen zusammengelebt und studiert. Diese Erfahrung hat entscheidend meine theologischen Wege beinflusst.

Für diesen neuen Aufenthalt in der Missionsakademie (September 2017 - Februar 2018) werde ich die Theologie Leonardo Boffs wieder aufnehmen und seine Schöpfungstheologie als Beitrag für die Debatte zu Nachhaltigkeitsbegriff herausarbeiten.  Schöpfung ist immer ein zentrales Thema in der Theologie von Boff seit seinen ersten systematischen Schriften in den 70er Jahren gewesen.

Theologie ist ein akademischer Weg aber auch eine Art von Leidenschaft. Es gibt hauptsächlich drei theologische Wege: der erste wird im Dialog mit den Traditionen gebahnt, der zweite entsteht aus dem Dialog mit den Menschen in ihren Erfahrungen, der dritte öffnet sich im Dialog mit der Kunst. Ich versuche, diese drei Wege zu betreten. Einige Artikel und Bücher sind aus diesen Dialogen entstanden und veröffentlicht.

Außer lebendiger Theologie lese ich gern Literatur und höre gern Musik. Außer Literatur und Theologie lesen, sind Kochen, Spazierengehen und Zusammensein mit meiner Frau und meinen Söhnen sowie mit Freundinnen und Freunden besondere Vergnügen im Leben.

Paullina Ligia Silva Carvalho ist meine Ehefrau. Sie schreibt zur Zeit ihre Doktorarbeit in Literaturwissenschaft über das Judentum in den Werken der argentinischen Dichterin jüdischer Herkunft Alejandra Pizarnik. Wir haben einen zweijährigen Sohn, der Theo Carvalho Magalhães heißt.