Geschichte

Die Geschichte der Missionsakademie reicht zurück bis zur Weltmissionskonferenz von Edinburgh (1910). Hier wurde erstmals die Idee einer gemeinsamen europäischen Ausbildungsstätte für Missionarinnen und Missionare entworfen. Gestalt gewann diese Idee 1954, als der Missionstheologe und Vorsitzende des damaligen Deutschen Evangelischen Missionsrates, Prof. Dr. Walter Freytag, unter Mitwirkung von Lutherischem Weltbund und Internationalem Missionsrat die Missionsakademie gründete. 1955 wurde sie als "Missionsakademie an der Universität Hamburg" durch den Senat der Universität Hamburg anerkannt.

1957 fand sie ihr jetziges Domizil in der Rupertistraße in Hamburg-Nienstedten. Die Missionsakademie war geplant als gemeinsames Institut aller deutschen Missionsgesellschaften. Sie sollte der Fortbildung der zur Aussendung nach Übersee vorgesehenen Kandidatinnen und Kandidaten aus den Seminaren der Missionsgesellschaften dienen. Angesichts der epochalen Umbrüche, die sich ab 1957 mit der Befreiung der Länder Afrikas von der Kolonialherrschaft und mit der damit verbundenen Infragestellung der Strukturen missionarischer Arbeit der westlichen Kirchen vollzogen, verlor diese Aufgabe recht bald ihre Relevanz.

An ihrer Stelle gewann die postgraduierte Fortbildung von Studierenden aus Übersee zentrale Bedeutung. In den gut 50 Jahren ihrer auf die Förderung ausländischer Studierender ausgerichteten Arbeit haben in der Missionsakademie über 100 Stipendiatinnen und Stipendiaten aus Asien, Afrika und Lateinamerika ihre Promotions- bzw. Magisterabschlüsse erfolgreich abgelegt. Viele davon arbeiten heute in verantwortungsvollen Positionen in ihren Heimatländern und -kirchen.